
By Andreas Schultheis, published on pt-magazin.de
21.02.2011
Expertenrunde auf dem Sportkongress SpoBiS fordert wettbewerbsfähige Steuersätze - Wer das Monopol will, fordert die Netz-Zensur
Düsseldorf, Februar 2011 - Jetzt soll also endlich eine
Entscheidung fallen. Das Jahr 2011 wird Bewegung in den deutschen
Glücksspielmarkt bringen. Im März tagen die Ministerpräsidenten zum
nächsten Mal zum Entwurf eines Glücksspielstaatsvertrags (GlüStV), im
Juni abermals. Zuverlässige Signale, in welche Richtung – Festschreibung
bzw. Verschärfung des bisherigen Monopols oder die kontrollierte
Marktöffnung und Lizenzierung privater Anbieter von Sportwetten und
Online-Angeboten - die Reise geht, suchte allerdings auch eine
Expertenrunde auf Europas größtem Sportsbusiness-Kongress SpoBiS, in
Düsseldorf vergebens. „Das Feld ist offen“, konstatierte dabei
Niedersachsens FDP-Fraktionschef Christian Dürr nüchtern. Die Liberalen
seien zwar deutlich für eine kontrollierte Öffnung des Marktes
positioniert und in Schleswig-Holstein gebe es bereits einen
entsprechenden Gesetzesentwurf der Regierungsfraktionen von CDU und FDP.
In den anderen Bundesländern sei die Lage jedoch weniger eindeutig. Für
Hessen, Thüringen, Sachsen, Bayern und auch Niedersachsen gibt es
jedoch offensichtlich eine Tendenz, den Weg einer Liberalisierung zu
beschreiten. Den Monopolverfechtern, die sogar erwägen, Online-Angebote
zu sperren, warf Dürr vor, die Bürgerrechte einschränken zu wollen. Im
Klartext: Wer das Monopol wolle, sei für die Zensur des Internets.
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